Geschäftsbericht der WMG 2025

Innenstadt- und Zentrenentwicklung

Die zukun­fts­fähige Entwick­lung und Sicherung der Wolfs­burg­er Zen­tren ist zen­trale Auf­gaben­stel­lung der WMG. Gemein­sam mit den Gewer­be­treiben­den und der Stadtver­wal­tung stellt die Wirtschafts­förderung der WMG auf­bauend auf der Fortschrei­bung des Einzel­han­dels- und Zen­trenkonzepts sowie dem Entwick­lungskonzept Innen­stadt die Weichen und treibt Pro­jek­te zur Aufw­er­tung der Innen­stadt sowie den Stadt­teilzen­tren Fall­er­sleben und Vors­felde voran.

Roadmap Innenstadt und City-Sofortprogramm in der Umsetzung

Die Innen­stadt ist ein zen­traler Ort des städtis­chen Zusam­men­lebens und ste­ht auf­grund des Struk­tur­wan­dels sowie steigen­den Kosten vor Hand­lungs- und Verän­derungs­druck. Vor diesem Hin­ter­grund hat die WMG gemein­sam mit der Stadtver­wal­tung und weit­eren Akteuren bere­its in den Vor­jahren wichtige Grundpfeil­er geschaf­fen, um die Wolfs­burg­er Innen­stadt zu stärken und zukun­fts­fest aufzustellen. Mit der Erar­beitung des dre­it­eili­gen Entwick­lungskonzepts Innen­stadt unter Fed­er­führung der WMG wurde gemein­schaftlich eine strate­gis­che Grund­lage auf den Weg gebracht, die den Gesamt­prozess struk­turi­ert, eine Vision aufzeigt und konkrete Maß­nah­men definiert.

Hergeleit­et aus dem Kom­pass und dem Regiebuch pri­or­isiert und definiert die Roadmap Innen­stadt acht konkrete Pro­jek­te für die näch­sten zwei Jahre. Ins­ge­samt kon­nten seit Beschluss der Roadmap im Sep­tem­ber 2024 wichtige strate­gis­che, aber auch sicht­bare Umset­zungser­folge in allen Pro­jek­ten der Roadmap Innen­stadt und damit des Entwick­lungskonzepts Innen­stadt in enger Zusam­me­nar­beit mit der Stadt Wolfs­burg erzielt werden.

v. l. Ober­bürg­er­meis­ter Den­nis Weil­mann, Jens Hof­schröer und Kai-Uwe Hirschhei­de präsen­tieren das Entwick­lungskonzept Innenstadt

Im Dezem­ber 2025 kon­nte die WMG mit der Richtlin­ie zur „Grün­dungs­förderung Wirtschafts­stan­dort Innen­stadt“ ein Pro­jekt der Roadmap erfol­gre­ich auf den Weg brin­gen und hier­für einen poli­tis­chen Beschluss erwirken. Ab 2026 kön­nen Gründer*innen sich bei der WMG berat­en lassen und über diese Anträge auf eine Grün­dungs­förderung in der Innen­stadt stellen.

Neben der Umset­zung der durch die WMG ver­ant­worteten Teil­pro­jek­te unter­stützte die WMG bei der Umset­zung der weit­eren Pro­jek­te der Roadmap Innen­stadt. So kon­nten im Rah­men der „Nord­kopfen­twick­lung“ und dem „Verkehrskonzept Innen­stadt“ wichtige Meilen­steine erre­icht wer­den. Das Pro­jekt „Erb­bau­rechtsstrate­gie Porsches­traße“ wurde mit dem Beschluss der Vor­lage zur „Neuregelung der Kon­di­tio­nen bei der Ver­längerung von Erb­bau­recht­en“ abgeschlossen als auch das Pro­jekt „dig­i­tales Parkleit­sys­tem“ tech­nisch umgesetzt.

Die WMG set­zt das Pro­jekt „Nutzung­shand­buch Porsches­traße inklu­sive Sofort­maß­nah­men Wolfs­burg“ als Teil der Roadmap Innen­stadt im Rah­men des Förder­pro­gramms „Resiliente Innen­städte“ fed­er­führend um. Die Wirtschafts­förderung kon­nte hier zunächst im Früh­jahr 2025 erfol­gre­ich eine Förderzusage sowie die entsprechen­den Gremienbeschlüsse zur Umset­zung erwirken. Trotz eines ambi­tion­ierten Zeit­plans gelang es der WMG dank ein­er starken bere­ich­süber­greifend­en Zusam­me­nar­beit bere­its wenige Wochen nach Rats­beschluss erste sicht­bare Maß­nah­men umzuset­zen. Von Früh­som­mer bis Herb­st 2025 wur­den ver­schiedene Sofort­maß­nah­men inner­halb der Porsches­traße umge­set­zt und erprobt – mit dem Ziel, die Aufen­thalt­squal­ität zu stärken, Bewe­gungsange­bote zu inte­gri­eren und die Innen­stadt für alle Alters­grup­pen ins­beson­dere Kinder und Jugendliche attrak­tiv­er zu gestal­ten. Zu den Sofort­maß­nah­men zählten:

  • Hüpf- und Boden­spiele: Far­big gestal­tete Hüpf­spiele, die im Rah­men ein­er Kinder­beteili­gung einge­sendet wur­den, luden ins­beson­dere Kinder und Fam­i­lien zum Ver­weilen und Mit­machen ein und set­zten spielerische Akzente im öffentlichen Raum.
  • Mobiles Grünes Zim­mer: Eine flex­i­bel ein­set­zbare, bepflanzte Aufen­thalts­fläche in der Porsches­traße schuf zusät­zliche Sitzgele­gen­heit­en und verbesserte das Mikroklima.
  • 3x3-Bas­ket­bal­lan­lage: Mit der Instal­la­tion ein­er mobilen 3x3-Bas­ket­bal­lan­lage wurde ein niedrigschwelliges Sportange­bot am Nord­kopf geschaf­fen, das vor allem Jugendliche und junge Erwach­sene ansprach.
  • Boul­derblock: Das Klet­terange­bot in der mit­tleren Porsches­traße ergänzte das Freizei­tange­bot und trug zur Bele­bung des öffentlichen Raums bei.
  • MIT­MACH-Platz: Als kosten­los­es Ange­bot bot der Mit­mach-Platz Vere­inen und gemein­nützi­gen Ein­rich­tun­gen die Möglichkeit, sich in der Innen­stadt zu präsen­tieren oder Ver­anstal­tun­gen durchzuführen.

Um die Wolfs­burg­er Innen­stadt mit­tels kurzfristig umset­zbar­er Maß­nah­men noch lebendi­ger, ein­laden­der und attrak­tiv­er für die Bürger*innen und Gäste zu gestal­ten, hat die Stadt Wolfs­burg zusät­zlich zu den bere­its begonnenen Pro­jek­ten ein Son­der­bud­get in Höhe von je 550.000 Euro für 2025 und 2026 aufgelegt. Gemein­sam mit weit­eren unmit­tel­bar sicht­baren Maß­nah­men, die aus städtis­chem Bud­get, aber auch mit För­der­mit­teln oder durch pri­vate Investi­tio­nen kür­zlich fer­tiggestellt, aktuell umge­set­zt oder geplant sind, bilden sie das City-Sofort­pro­gramm. Inner­halb des City-Sofort­pro­gramms kon­nte die WMG in 2025 zahlre­iche Pro­jek­te und Maß­nah­men umset­zen, u.a. zählen auch die zuvor genan­nten Sofort­maß­nah­men dazu.

Umset­zung ein­er kün­st­lerischen Fas­sadengestal­tung in der Innenstadt

Die WMG erar­beit­ete in enger Zusam­me­nar­beit mit der Ver­wal­tung erfol­gre­ich eine Förder­richtlin­ie zum Innen­stadt­fonds Wolfs­burg. Diese unter­stützt pri­vates Engage­ment zur Mit­gestal­tung des Stad­traums finanziell und leis­tet einen wichti­gen Beitrag zur Aktivierung lokaler Akteure und zur Stärkung der Iden­ti­fika­tion mit der Innen­stadt. Im Juni 2025 wurde die Richtlin­ie durch den Rat der Stadt Wolfs­burg beschlossen und wird seit­dem aktiv durch die Wirtschafts­förderung und das City­man­age­ment der WMG betreut. Bere­its im August 2025 kon­nte ein erster Antrag durch die Steuerungs­gruppe Innen­stadt pos­i­tiv beschieden wer­den.
Konkret stellte die Stadt Wolfs­burg für 2025 und 2026 ins­ge­samt 50.000 Euro zur Ver­fü­gung, um gemein­nützige und kreative Pro­jek­te im Innen­stadt­bere­ich zu fördern. Die Stadt übern­immt somit bis zu 50 Prozent der förder­fähi­gen Kosten, max­i­mal jedoch 5.000 Euro pro Pro­jekt. Ins­ge­samt kon­nten 2025 Anträge für einen his­torischen Ste­len­weg in Alt-Heßlin­gen, eine öffentliche Tis­chten­nis­plat­te am Robert-Koch-Platz, ein Kun­st­pro­jekt im Kul­tur­tun­nel, die kün­st­lerische Rol­l­laden- sowie Fas­sadengestal­tung bewil­ligt wer­den. Let­zteres wurde im Auf­trag des CMT Wolfs­burg e.V. auch bere­its durch den Kün­stler Sebas­t­ian Roese umgesetzt.

Ein weit­eres zen­trales Pro­jekt aus dem City-Sofort­pro­gramm ist die Umset­zung des Pop-up-Konzepts „Rudel­store“ in der Porsches­traße durch die WMG.

Beteiligung verschiedener Akteure

Im Rah­men der Ausar­beitung des Entwick­lungskonzepts Innen­stadt wur­den mit dem Innen­stadt-Dia­log und dem Eigen­tümertr­e­f­fen zwei Beteili­gungs­for­mate mit den ver­schiede­nen Innen­stad­tak­teuren ini­ti­iert, die die WMG in 2025 erfol­gre­ich fort­führte.

Die For­mate dien­ten den Akteuren als Aus­tausch, Net­zw­erk- und Infor­ma­tion­splat­tform. Neben aktuellen The­men der Innen­stad­ten­twick­lung standen in 2025 zwei The­men im Fokus. Zum einen ging es um den Hochschul- und Wis­senschafts­stan­dort Wolfs­burg bzw. konkret um die Rolle der Innen­stadt als Schnittstelle zwis­chen Forschung, Lehre und Stadtleben, die Poten­ziale zur stärk­eren Sicht­barkeit wis­senschaftlich­er Ein­rich­tun­gen im Stad­traum sowie Möglichkeit­en, Studierende und wis­senschaftliche Akteure stärk­er in die Innen­stad­ten­twick­lung einzu­binden. Zum anderen präsen­tierte die IFH Köln die aktuelle Studie „Vitale Innen­städte“ mit The­men wie Nutzungsmis­chung, Aufen­thalt­squal­ität und Leerstandsmanagement.

Innen­stadt-Dia­log zum The­ma Hochschul- und Wissenschaftsstandort
Innen­stadt-Dia­log zum The­ma Vitale Innenstädte

Stadtteilzentren Fallersleben und Vorsfelde im Blick

Ergänzend zur Innen­stadt behält die WMG im engen Schul­ter­schluss mit der Stadtver­wal­tung die Entwick­lung der his­torischen Stadt­teilzen­tren im Blick. So wurde bere­its 2021 ein Förder­antrag zum Pro­gramm „Zukun­fts­fähige Innen­städte und Zen­tren“ des Bun­desin­nen­min­is­teri­ums gestellt, das Kom­munen in ganz Deutsch­land bei der Entwick­lung ihrer Innen­städte und Ortskerne bis Ende 2025 förderte. Ziel der Antrag­stel­lung war es, die Stadt­teilzen­tren von Fall­er­sleben und Vors­felde für die sich ändern­den Rah­menbe­din­gun­gen zu stärken und den Dreik­lang zwis­chen der Innen­stadt und den Alt­städten zu inten­sivieren.

Inhaltlich fokussierte sich die WMG im Rah­men des Förder­pro­gramms gemein­sam mit der Stadt Wolfs­burg unter Beteili­gung der Wer­bege­mein­schaften Vors­felde Live e.V. und Blick­punkt Fall­er­sleben e.V. in 2025 auf Beratungs- und Unter­stützungsange­bote für Gewer­be­treibende. Konkret wur­den gemein­sam Neu­ver­mi­etun­gen von Laden­lokalen in den Alt­städten von Fall­er­sleben und Vors­felde gefördert. Dabei bezieht sich die Förderung auf Geschäft­sideen, die mit einem Alle­in­stel­lungsmerk­mal zur Ange­botsvielfalt beitra­gen und einen pos­i­tiv­en Effekt auf die Bele­bung und Vielfältigkeit der Zen­tren haben. In Koop­er­a­tion mit den Vere­inen Blick­punkt Fall­er­sleben und dem Verkehrsvere­in Vors­felde Live beri­et die Wirtschafts­förderung der WMG die Inter­essierten umfassend und unter­stützte sie bei der Antrag­stel­lung für den geziel­ten Zuschuss. Dieser deckt für die aus­gewählten Geschäft­sideen bis zu 50 Prozent der Net­tokalt­mi­ete der ersten 12 Monate ab – bis zu ein­er Höhe von 417 Euro monatlich.
Par­al­lel wur­den im Rah­men des Förder­pro­gramms in 2025 mith­il­fe der Imagekam­pagne „dreimal wow“ die Vorzüge der Zen­tren in den Fokus gerückt und im Sinne des Dreik­langs zwis­chen den drei Zen­tren erfol­gre­ich das Pro­jekt „Triple Mys­tery“ umge­set­zt und auch über 2025 hin­aus ver­stetigt.

Auch weit­ere im Rah­men des Förder­pro­gramms angeschobene Pro­jek­te wie die bere­its genan­nte Unter­stützung bei Neu­ver­mi­etun­gen von Laden­lokalen als auch der Ver­fü­gungs­fonds sollen über 2025 hin­aus in den Stadt­teilen umge­set­zt wer­den. Sie sind Inhalt der soge­nan­nten „Hand­büch­er Zukun­ft“ für Fall­er­sleben und Vors­felde. Diese bilden gemäß Beschluss durch den Rat der Stadt Wolfs­burg kün­ftig die Grund­lage für die Weit­er­en­twick­lung der his­torischen Zen­tren. Gemein­sam mit der Stadt Wolfs­burg hat die WMG die Erar­beitung der Hand­büch­er im Rah­men des Förder­pro­gramms „Zukun­fts­fähige Innen­städte und Zen­tren“ koor­diniert. Die Erar­beitung basiert auf umfassenden Analy­sen wie Stan­dortkonzepten und Image­analy­sen, Expertenge­sprächen und ver­schiede­nen Beteili­gungs­for­mat­en. Jedes Hand­buch definiert klare Ziele und zeigt für die bei­den Alt­stadtzen­tren jew­eils pri­or­isierte Maß­nah­men in zen­tralen Hand­lungs­feldern auf. In den kom­menden fünf Jahren sollen die Maß­nah­men schrit­tweise umge­set­zt und jährlich gemein­sam mit der Stadtver­wal­tung evaluiert werden.

För­der­mit­tel für Gewer­be­treibende in Vorsfelde
Vorstel­lung der Hand­büch­er Zukunft