
Innenstadt- und Zentrenentwicklung
Die zukunftsfähige Entwicklung und Sicherung der Wolfsburger Zentren ist zentrale Aufgabenstellung der WMG. Gemeinsam mit den Gewerbetreibenden und der Stadtverwaltung stellt die Wirtschaftsförderung der WMG aufbauend auf der Fortschreibung des Einzelhandels- und Zentrenkonzepts sowie dem Entwicklungskonzept Innenstadt die Weichen und treibt Projekte zur Aufwertung der Innenstadt sowie den Stadtteilzentren Fallersleben und Vorsfelde voran.
Roadmap Innenstadt und City-Sofortprogramm in der Umsetzung
Die Innenstadt ist ein zentraler Ort des städtischen Zusammenlebens und steht aufgrund des Strukturwandels sowie steigenden Kosten vor Handlungs- und Veränderungsdruck. Vor diesem Hintergrund hat die WMG gemeinsam mit der Stadtverwaltung und weiteren Akteuren bereits in den Vorjahren wichtige Grundpfeiler geschaffen, um die Wolfsburger Innenstadt zu stärken und zukunftsfest aufzustellen. Mit der Erarbeitung des dreiteiligen Entwicklungskonzepts Innenstadt unter Federführung der WMG wurde gemeinschaftlich eine strategische Grundlage auf den Weg gebracht, die den Gesamtprozess strukturiert, eine Vision aufzeigt und konkrete Maßnahmen definiert.
Hergeleitet aus dem Kompass und dem Regiebuch priorisiert und definiert die Roadmap Innenstadt acht konkrete Projekte für die nächsten zwei Jahre. Insgesamt konnten seit Beschluss der Roadmap im September 2024 wichtige strategische, aber auch sichtbare Umsetzungserfolge in allen Projekten der Roadmap Innenstadt und damit des Entwicklungskonzepts Innenstadt in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Wolfsburg erzielt werden.


Im Dezember 2025 konnte die WMG mit der Richtlinie zur „Gründungsförderung Wirtschaftsstandort Innenstadt“ ein Projekt der Roadmap erfolgreich auf den Weg bringen und hierfür einen politischen Beschluss erwirken. Ab 2026 können Gründer*innen sich bei der WMG beraten lassen und über diese Anträge auf eine Gründungsförderung in der Innenstadt stellen.
Neben der Umsetzung der durch die WMG verantworteten Teilprojekte unterstützte die WMG bei der Umsetzung der weiteren Projekte der Roadmap Innenstadt. So konnten im Rahmen der „Nordkopfentwicklung“ und dem „Verkehrskonzept Innenstadt“ wichtige Meilensteine erreicht werden. Das Projekt „Erbbaurechtsstrategie Porschestraße“ wurde mit dem Beschluss der Vorlage zur „Neuregelung der Konditionen bei der Verlängerung von Erbbaurechten“ abgeschlossen als auch das Projekt „digitales Parkleitsystem“ technisch umgesetzt.
Die WMG setzt das Projekt „Nutzungshandbuch Porschestraße inklusive Sofortmaßnahmen Wolfsburg“ als Teil der Roadmap Innenstadt im Rahmen des Förderprogramms „Resiliente Innenstädte“ federführend um. Die Wirtschaftsförderung konnte hier zunächst im Frühjahr 2025 erfolgreich eine Förderzusage sowie die entsprechenden Gremienbeschlüsse zur Umsetzung erwirken. Trotz eines ambitionierten Zeitplans gelang es der WMG dank einer starken bereichsübergreifenden Zusammenarbeit bereits wenige Wochen nach Ratsbeschluss erste sichtbare Maßnahmen umzusetzen. Von Frühsommer bis Herbst 2025 wurden verschiedene Sofortmaßnahmen innerhalb der Porschestraße umgesetzt und erprobt – mit dem Ziel, die Aufenthaltsqualität zu stärken, Bewegungsangebote zu integrieren und die Innenstadt für alle Altersgruppen insbesondere Kinder und Jugendliche attraktiver zu gestalten. Zu den Sofortmaßnahmen zählten:
- Hüpf- und Bodenspiele: Farbig gestaltete Hüpfspiele, die im Rahmen einer Kinderbeteiligung eingesendet wurden, luden insbesondere Kinder und Familien zum Verweilen und Mitmachen ein und setzten spielerische Akzente im öffentlichen Raum.
- Mobiles Grünes Zimmer: Eine flexibel einsetzbare, bepflanzte Aufenthaltsfläche in der Porschestraße schuf zusätzliche Sitzgelegenheiten und verbesserte das Mikroklima.
- 3x3-Basketballanlage: Mit der Installation einer mobilen 3x3-Basketballanlage wurde ein niedrigschwelliges Sportangebot am Nordkopf geschaffen, das vor allem Jugendliche und junge Erwachsene ansprach.
- Boulderblock: Das Kletterangebot in der mittleren Porschestraße ergänzte das Freizeitangebot und trug zur Belebung des öffentlichen Raums bei.
- MITMACH-Platz: Als kostenloses Angebot bot der Mitmach-Platz Vereinen und gemeinnützigen Einrichtungen die Möglichkeit, sich in der Innenstadt zu präsentieren oder Veranstaltungen durchzuführen.
Um die Wolfsburger Innenstadt mittels kurzfristig umsetzbarer Maßnahmen noch lebendiger, einladender und attraktiver für die Bürger*innen und Gäste zu gestalten, hat die Stadt Wolfsburg zusätzlich zu den bereits begonnenen Projekten ein Sonderbudget in Höhe von je 550.000 Euro für 2025 und 2026 aufgelegt. Gemeinsam mit weiteren unmittelbar sichtbaren Maßnahmen, die aus städtischem Budget, aber auch mit Fördermitteln oder durch private Investitionen kürzlich fertiggestellt, aktuell umgesetzt oder geplant sind, bilden sie das City-Sofortprogramm. Innerhalb des City-Sofortprogramms konnte die WMG in 2025 zahlreiche Projekte und Maßnahmen umsetzen, u.a. zählen auch die zuvor genannten Sofortmaßnahmen dazu.






Die WMG erarbeitete in enger Zusammenarbeit mit der Verwaltung erfolgreich eine Förderrichtlinie zum Innenstadtfonds Wolfsburg. Diese unterstützt privates Engagement zur Mitgestaltung des Stadtraums finanziell und leistet einen wichtigen Beitrag zur Aktivierung lokaler Akteure und zur Stärkung der Identifikation mit der Innenstadt. Im Juni 2025 wurde die Richtlinie durch den Rat der Stadt Wolfsburg beschlossen und wird seitdem aktiv durch die Wirtschaftsförderung und das Citymanagement der WMG betreut. Bereits im August 2025 konnte ein erster Antrag durch die Steuerungsgruppe Innenstadt positiv beschieden werden.
Konkret stellte die Stadt Wolfsburg für 2025 und 2026 insgesamt 50.000 Euro zur Verfügung, um gemeinnützige und kreative Projekte im Innenstadtbereich zu fördern. Die Stadt übernimmt somit bis zu 50 Prozent der förderfähigen Kosten, maximal jedoch 5.000 Euro pro Projekt. Insgesamt konnten 2025 Anträge für einen historischen Stelenweg in Alt-Heßlingen, eine öffentliche Tischtennisplatte am Robert-Koch-Platz, ein Kunstprojekt im Kulturtunnel, die künstlerische Rollladen- sowie Fassadengestaltung bewilligt werden. Letzteres wurde im Auftrag des CMT Wolfsburg e.V. auch bereits durch den Künstler Sebastian Roese umgesetzt.
Ein weiteres zentrales Projekt aus dem City-Sofortprogramm ist die Umsetzung des Pop-up-Konzepts „Rudelstore“ in der Porschestraße durch die WMG.
Beteiligung verschiedener Akteure
Im Rahmen der Ausarbeitung des Entwicklungskonzepts Innenstadt wurden mit dem Innenstadt-Dialog und dem Eigentümertreffen zwei Beteiligungsformate mit den verschiedenen Innenstadtakteuren initiiert, die die WMG in 2025 erfolgreich fortführte.
Die Formate dienten den Akteuren als Austausch, Netzwerk- und Informationsplattform. Neben aktuellen Themen der Innenstadtentwicklung standen in 2025 zwei Themen im Fokus. Zum einen ging es um den Hochschul- und Wissenschaftsstandort Wolfsburg bzw. konkret um die Rolle der Innenstadt als Schnittstelle zwischen Forschung, Lehre und Stadtleben, die Potenziale zur stärkeren Sichtbarkeit wissenschaftlicher Einrichtungen im Stadtraum sowie Möglichkeiten, Studierende und wissenschaftliche Akteure stärker in die Innenstadtentwicklung einzubinden. Zum anderen präsentierte die IFH Köln die aktuelle Studie „Vitale Innenstädte“ mit Themen wie Nutzungsmischung, Aufenthaltsqualität und Leerstandsmanagement.


Stadtteilzentren Fallersleben und Vorsfelde im Blick
Ergänzend zur Innenstadt behält die WMG im engen Schulterschluss mit der Stadtverwaltung die Entwicklung der historischen Stadtteilzentren im Blick. So wurde bereits 2021 ein Förderantrag zum Programm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ des Bundesinnenministeriums gestellt, das Kommunen in ganz Deutschland bei der Entwicklung ihrer Innenstädte und Ortskerne bis Ende 2025 förderte. Ziel der Antragstellung war es, die Stadtteilzentren von Fallersleben und Vorsfelde für die sich ändernden Rahmenbedingungen zu stärken und den Dreiklang zwischen der Innenstadt und den Altstädten zu intensivieren.
Inhaltlich fokussierte sich die WMG im Rahmen des Förderprogramms gemeinsam mit der Stadt Wolfsburg unter Beteiligung der Werbegemeinschaften Vorsfelde Live e.V. und Blickpunkt Fallersleben e.V. in 2025 auf Beratungs- und Unterstützungsangebote für Gewerbetreibende. Konkret wurden gemeinsam Neuvermietungen von Ladenlokalen in den Altstädten von Fallersleben und Vorsfelde gefördert. Dabei bezieht sich die Förderung auf Geschäftsideen, die mit einem Alleinstellungsmerkmal zur Angebotsvielfalt beitragen und einen positiven Effekt auf die Belebung und Vielfältigkeit der Zentren haben. In Kooperation mit den Vereinen Blickpunkt Fallersleben und dem Verkehrsverein Vorsfelde Live beriet die Wirtschaftsförderung der WMG die Interessierten umfassend und unterstützte sie bei der Antragstellung für den gezielten Zuschuss. Dieser deckt für die ausgewählten Geschäftsideen bis zu 50 Prozent der Nettokaltmiete der ersten 12 Monate ab – bis zu einer Höhe von 417 Euro monatlich.
Parallel wurden im Rahmen des Förderprogramms in 2025 mithilfe der Imagekampagne „dreimal wow“ die Vorzüge der Zentren in den Fokus gerückt und im Sinne des Dreiklangs zwischen den drei Zentren erfolgreich das Projekt „Triple Mystery“ umgesetzt und auch über 2025 hinaus verstetigt.
Auch weitere im Rahmen des Förderprogramms angeschobene Projekte wie die bereits genannte Unterstützung bei Neuvermietungen von Ladenlokalen als auch der Verfügungsfonds sollen über 2025 hinaus in den Stadtteilen umgesetzt werden. Sie sind Inhalt der sogenannten „Handbücher Zukunft“ für Fallersleben und Vorsfelde. Diese bilden gemäß Beschluss durch den Rat der Stadt Wolfsburg künftig die Grundlage für die Weiterentwicklung der historischen Zentren. Gemeinsam mit der Stadt Wolfsburg hat die WMG die Erarbeitung der Handbücher im Rahmen des Förderprogramms „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ koordiniert. Die Erarbeitung basiert auf umfassenden Analysen wie Standortkonzepten und Imageanalysen, Expertengesprächen und verschiedenen Beteiligungsformaten. Jedes Handbuch definiert klare Ziele und zeigt für die beiden Altstadtzentren jeweils priorisierte Maßnahmen in zentralen Handlungsfeldern auf. In den kommenden fünf Jahren sollen die Maßnahmen schrittweise umgesetzt und jährlich gemeinsam mit der Stadtverwaltung evaluiert werden.


